Segelsommer 2017

Ich habe schon länger nichts mir in meinem Block geschrieben. Ich will auch gar keine Entschuldigungen anbringen. Stattdessen will ich versuchen mich zu bessern.
Der Sommer 2017 war nicht gerade ein Sommer für Segler – jedenfalls nicht im Ijsselmeer. Deshalb beschränkten sich meine Tätigkeiten im wesentlichen auf einen Urlaub Ende Juli / Anfang August. Wir verließen Enkhuizen am 29.07.2017 Richtung Harlingen. Bei wunderbaren Wetter erreichten wir schnell die Schleuse Kornwerderzand, bei wie üblich der großes Gedränge herrschte.

Von dort liefen wir nach Haarlingen ein, wo wir bei einenr Motoryacht fest machten. Mit den freundlichen Eignern tranken wir einen Anleger und stellten Mal wieder fest, wie nett die Holländer sind.

Am nächsten Morgen gab es keine Möglichkeit zur Überfahrt nach Vlieland, weil Ebbe und Flut es nicht gut mit uns meinten. Erst gegen 14:00 Uhr war mit einer Überfahrt zu rechnen. So steuerten wir unsere AH zunächst durch die große Schleuse Richtung Leeuwarden. Die kleine Schleuse war erst bei der Rückfahrt gegen 14:00 Uhr passierbar, da wir mit 1,6 m zuviel Tiefgang haben. Erst dann war ausreichend Wasser nachgelaufen.

Nach einer Stunde unter Motor war das Fahrwasser so breit, dass wir segeln konnten. Hoch am Wind und immer mit einem Blick für die Tiefe.

Der nächste Tag war ein Ruhetag – was dann aber in einer Inselwanderung ausartete, die über die schöne Insel Vlieland und den langen einsamen Stränden führte.

So waren wir alle froh am nächsten Tag Richtung Texel segeln zu können. Wenn aber die Wanderung schon lang war, so übertraf der Segeltag diese noch bei weitem zumal wir wieder bis 14:00 Uhr auf eine Abfahrt warten mussten. Es rächte sich, dass wir bei unserem Urlaub nicht nach den Gezeiten geschaut hatten. Erst am späten Abend landeten wir auf Texel gerade noch rechtzeitig, dass wir noch in der Hafenkneipe etwas zu essen bekamen.

 

Am frühen Morgen zogen wir schon weiter Richtung den Helder. Frühstück gab es in Fahrt auf dem nordholländischen Kanal Richtung Alkmaar. Maike feierte an diesem 02.08. Geburtstag auf unserm Boot, bis sie von ihrer Kollegin in Sint Maartensvlotbrug mit großem Hallo entführt wurde.

Die verbliebenen Kanalratten verließ dann leider das Glück. Nach einer schönen Durchfahrt durch Alkmaar, bei dem der Brückenwärter just in time jeweils die für uns nächste Brücke öffnete, war damit endgültig an der letzten Brücke von Alkmaar Schluss. Diese wurde repariert und wir machten uns auf eine Übernachtung am Ufer bereit. Am späten Abend wurde die Brücke dann doch noch kurz geöffnet. Im Regen fanden wir 2 Stunden später einen Liegeplatz im Jachthaven ‚t Hoorntje, wo wir unsere Maike wieder in Empfang nahmen und den Tag mit einem guten Essen im Restaurant ‚t Kombuis ausklingen ließen.

Der nächste Morgen begann wieder früh unter Motor Richtung Amsterdam. Wenigstens regnete es nicht mehr und im Laufe des Tages kam auch noch die Sonne heraus. Wir bestaunten die vielen Windmühlen entlang der Strecke und rochen den Duft von Kakao in Zaandam, der von den Schokoladenfabriken ausging. Der Wind baute sich nach der Einfahrt in den Nordseekanal mächtig auf. Anfangs noch mit einer Sturmfock unterwegs, liessen wir uns dann nur noch durch Amsterdam mit einen achterlichem Wind treiben.

Das Pech blieb uns treu – hinter Amsterdam blieb die Autobahnbrücke der A10 für uns wegen des Sturms geschlossen. Wir lagen Stunden hinter der Schleuse fest. Das Gerücht, dass auch diese Brücke am Abend noch einmal geöffnet würde, bestätigte sich Gott sei dank. Alles drängte sich durch das Nadelöhr. Unser Nachbar setzte sofort seine Genua und wurde platt auf das Wasser gedrückt. Er verlor zudem sein Beiboot und musste umkehren. Wir blieben bei unsrer Sturmfock und liefen mit Höchstgeschwindigkeit Richtung Muiderzand. Im Hafen waren viele Plätze frei. Unserer früherer Heimathafen zieht offenbar nicht mehr viele Segler an. Wenn ich daran zurück denke, wie unfair wir hier behandelt wurden, ist dies vielleicht kein Wunder. Jetzt nahm man uns aber sehr freundlich auf.

Am nächsten Tag ging es zurück Richtung Compagnieshaven in Enkhuizen. Für Robert war der Urlaub zu Ende. Die anderen machten sich auf zu einer Rundfahrt Lelystad, Monnickendam, Hoorn und zurück.