Lanzarote 2016

Nachdem der letzte Törn nach Kroatien ein voller Erfolg war, hatten wir uns schon auf unseren ersten Atlantik-Törn gefreut. In der Marina Lanzarote nahmen wir am späten Abend des 01.10.2016 müde unser Boot die „Carlotta“, eine Bavaria Cruiser 46, in Besitz und hatten nur noch Interesse für ein gutes Abendessen. Leider hatte ich das falsche Shirt angezogen und die Kellnerinnen wollten mich zur Arbeit animieren.

Am nächsten Tag, dem 02.10.2016, übernahmen Volker, unser Skipper, und Peter die Übernahme des Schiffes mit der inzwischen schon bekannten Unterwasserschiffbesichtigung, während der Rest der Mannschaft auf die viel wichtigere Einkaufstour gingen. So kamen wir erst gegen 12:30 Uhr aus dem Hafen mit dem Ziel der kleinen Insel La Graciosa heraus. Die Insel kann nur dann angelaufen werden, wenn man sich rechtzeiig bei den zuständigen Stellen für die Übernachtung anmeldet. Dies wird auch relativ genau genommen wie mir ein Segler berichtete, der gerade von Madeira kam und zunächst abgewiesen wurde. Insgesamt dauerte die Fahrt ca. 8 Stunden entlang der kargen Küste von Lanzarote. Begleitet wurden wir von Delfinen, die uns mit ihrem Spiel die lange Fahrt verkürzten. Pünktlich mit der Ankunft ging die Sonne unter, so dass wir im Dunkeln unseren Steg finden mussten. Nach einem guten Abendessen in einem der wenigen Restaurants der Insel legten wir uns nur noch müde in die Koje.

Am 03.10.2016 wollte niemand los. Wir waren uns einig, dass die Insel viel zu schön für nur eine Nacht ist. Deshalb begaben wir uns auf eine Erkundungstour über die Insel. Die Insel wirkt wie der Eintritt nach Afrika oder eine kleine Wüste. Wir fühlen uns ganz weit weg von zu Hause. Erst gegen 14:00 Uhr können wir uns für eine Weiterfahrt entschließen, wenn auch nur für etwa eine Seemeile. Dann werfen wir unseren Anker in der Playa La Francesa aus.

Dort relaxen wir auf dem Boot oder beim Schwimmen im glasklaren Wasser. Wind und Wellen meinen es gut mit uns und wir verleben vor Anker eine ruhige Nacht.

04.10.2016 Am nächsten Morgen geht es weiter und nunmehr steht uns ein langer Schlag bevor. Poseidon meint es aber weiter gut mit uns. Wir legen um 10:00 Uhr ab und als wir aus der Abdeckung von La Graciosa herauskommen, bläst ein steifer Wind, der raumschots kommt und uns damit in Richtung unserers Ziels, die Marina Rubicon, an der Südspitze von Lanzarote drückt. Für die 34 Seemeilen brauchen wir etwa 6 Stunden. Es baut sich eine ganz passable Welle auf, die unser Boot heftig schauklen lässt und dann an die Küste von Lanzarote auftrifft, wo sie sich in einem hellblauen Ton überschlägt. /lanzarote.php“>In der Meerenge zwischen Lanzarote und Fuerteventura frischt der Wind weiter um ca. 2 Beaufort auf. Dies ist der Grund, weshalb wir uns entschließen, den Rest der Fahrt unter Motor zu fahren. Der Wind ist so stark, dass das Boot selbst bei rückwärts drehender Schraube in den Hafen einfährt. Erst im Hafen wird es besser; es bleibt aber schwer unsere Box bei diesem Wind anzufahren. Die moderne Marina lässt nichts vermissen. Es gibt ausgezeichnete Sanitäranlagen, Restaurants und Geschäfte so weit das Auge reicht. Wir sind hier in einem Touristenort mit allen Vorteilen und Nachteilen.

Der nächste Tag, der 05.10.2016, bringt uns nach Fuerteventura sowie der kleinen vorgelagerten Insel Isla de Lobos. Dort ankern wir um zu schwimmen. Jutta, Gabi, Volker und ich lassen es sich aber nicht nehmen, mit dem Beiboot zur Insel zu fahren. Weit vor der Insel baut sich eine Welle auf, die darauf hinweist, dass etwas unter dieser Welle stecken muss. Wir lassen uns aber nicht davon aufhalten und ankern in einer kleinen Bucht. Bei der Rückfahrt hat sich die Welle noch vergrößert und wir müssen mit Vollgas auf die Brandung zufahren. Einen Augenblick glaube ich, dass der Motor abstirbt, dann geht es aber über die Welle und wir haben es geschafft. Wegen der ungeschützten Lage wollen wir die Nacht im Hafen Puerto de Corralejo verbringen, nicht wissend, dass dies noch gefährlicher sein kann. Wir versuchen uns über Funk anzumelden und kreisen lange im Hafenbecken herum, ohne dass sich etwas tut. Weitere Versucheden Hafenmeister zu erreichen, scheitern daran, dass der Hafenmeister offensichtlich verstorben ist. Wir entschließen uns daher langgsam in eine leere Box zu fahren, nachdem wir uns mit den Eignern darauf verständigt haben, dass wir dort für eine Stunde liegen können. Nunmehr erscheint der Totgeglaubte mit 2 über die Schultern gekreuzten Patronengurten und brüllt uns an: „Was du fahren bums in die Box?“ Ich erspare es mir klugerweise darauf hinzuweisen, dass wir uns nur Sorgen um sein Leben gemacht haben. Zur Entschädiung findet Peter das Lokal Restaurante Gregorio El Pescador, wo wir ein erstklassiges Abendessen bekommen.

06.10.2016 Die kleine Insel Isla de Lobos hat uns so gut gefallen, dass wir nochmals davor ankern wollen und unser Frühstück genießen wollen. Heute ist Ebbe und wir sehen die Felsen, die gestern unter Wasser verborgen waren. Eine Tour zur Insel ist nicht möglich. Nach dem Frühstück geht es weiter in Richtung Marina Puerto Calero, die unser Etappenziel für heute ist. Die 17 Seemeilen sind bei geringem Wind schnell geschafft und wir machen noch einen Zwischenstopp in der Playa Quemada. Der Puerto Calero Marina ist modern und auf Tourismus eingestellt, einschließlich eines Marktes, der das Herz der Frauen höher schlagen lässt.

Am 07.10.2016 fahren wir schweren Herzens zurück nach Arrecife. Ich freue mich jetzt schon auf unseren Törn 2017.

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