Türkei 2014

Im Sommer 2014 bin ich zurück an den Ursprung meiner Segelleidenschaft – nämlich in die Türkei. Wir flogen zu viert am 30.08.2014 nach Dalaman und weiter mit einem Großraumtaxi nach Marmaris. Dort übernahmen wir eine Dufour 335 von Sun Charter. Die Übernahme war professionell und der Zustand des Bootes, welches erst im Jahr 2014 gebaut wurde perfekt. Aber auch der gesamte andere Service stimmte. 

Nachdem wir den üblichen Proviant gebunkert hatten, legten wir sofort in Marmaris ab. Die Hitze und die vielen Touristen ließen uns auf eine schöne einsame Bucht hoffen. Diese fanden wir in der Bucht von Ciftlik Koyu, in der wir gegen 17:00 Uhr vor Anker gingen.

In der Nacht drehte sich der Wind und die anfangs sicher durch eine vorliegende Insel geschützte Bucht wurde zu einer unruhigen Schlafstätte, da die Wellen seitlich gegen unser Boot liefen. Die ausreichend dimensionierte Ankerkette hielt uns aber sicher auf Position.

31.08.2014Am nächsten Morgen lichteten wir den Anker und segelten bei schönem Wind mit einigen kräftigen Böen Richtung Bozukkale. In den Buchten der türkischen Ägäis ist es allgemein üblich nicht in Häfen, sondern an Restaurants anzulegen. In der Bucht von Buzukkale gibt es direkt drei davon – wir entschieden uns direkt am ersten Restaurant zu bleiben – dem Alibaba. Wir bereuten unsere Entscheidung in keinem Fall, weil das Essen sehr gut war. Der Fisch, den wir uns selbst aussuchen konnten, war sehr gut.

Das Wasser in der Bucht ist sehr klar – tauchen und schwimmen machen Spass. Dies galt umsomehr, als dass die Wassertemperatur bei 28° lag.
Der nächste Tag, der 01.09.2014 war ein besonderer für mich – mein Geburtstag. Da sollte es schon etwas besonderes sein. Ein Bad in einer einsamen Bucht erschien mir genau das Richtige. So segelten wir bei 2-3 Beaufort um das Kap Karaburun in Richtung Bozburun. Unterwegs kamen wir an einer kleinen Bucht vorbei, die genau diesen Wunsch erfüllte. Wir ankerten in azurblauem Wasser und es kam im warmen Wasser ein Gefühl von Karibik auf.

Nach 2 Stunden im Wasser machten wir uns auf nach Bozburun, wo wir im kleinen Hafen einen schönen Platz fanden. Die Hafenmeisterin betreibt selbst ein kleines Lokal und man wird mit der Zahlung der Hafengebühren (ca. 10 €) freundlich eingeladen. So konnten wir meinen Geburtstag ausgiebig feiern.

02.09.2014 Wir machen uns auf nach Selimiye, welches in einer schönen Bucht liegt. Unterwegs werden wir von einem englischen Boot mit Spinnaker überholt. Mein neidischer Blick dauert nicht lange, denn kaum ist das Boot an uns vorbei, erfährt die Mannschaft, was ein Sonnenschuss ist. Im Hafen finden wir keinen richtigen Platz und ich entscheide mich, weiter zu fahren und einen anderen Platz zu suchen. Wir sehen das Zeytin Hotel und wissen sofort, das ist der Platz für diese Nacht. Lediglich zwei Boote passen an den Steeg und das Essen wird uns direkt vor unserem Boot serviert.
Nach einem perfekten Abendessen gehen wir um Mitternacht schwimmen. Von der Mitte der Bucht aus sieht man die Lichter der um die Bucht liegenden Häuser. Die Nacht könnte kaum schöner ausklingen.

Am folgenden Morgen fragen wir im Restaurant nach Brot. Da kein Brot vorrätig ist, holt uns „Dede“ im Ort ein Frisches. Wir sind beeindruckt von so viel Gastfreundschaft.

03.09.2014 Wir wollen den Abwassertank unseres Bootes leeren und fahren dazu in die Marti Marina, in der ich 2001 das erste Mal auf ein Segelboot gestiegen bin. Irgendwie überzeugt mich heute die große Marina nicht. Während der Wartezeit frischt der Wind stark auf und wir segeln bei 4 Bft Richtung der schönen Ankerbucht Bencik. Nach einem schönen Bad geht es dann weiter nach Kurucabük. Mit unserem Schlauchboot paddeln meine Frau und ich an Land. Die Halbinsel ist an einer Stelle so schmal, dass man auf beiden Seiten das Meer sehen kann.

Am nächsten Morgen 04.09.2014 weht nur ein schwacher Wind und so frühstücken wir auf See, während das Boot sich langsam mit Hilfe des Autopiloten bewegt. Nach dem Frühstück frischt der Wind auf und wir segeln nach Symi. An Land gehen wir allerdings nicht. Wir wollen nicht Aus- und Einklarieren. So bleibt es bei einer Runde durch den Hafen. Bei der Rückfahrt in die Türkei entschließen wir uns spontan mitten auf See schwimmen zu gehen. Unser weiterer Weg führt uns wieder nach Bozukkale, weil wir noch einmal vor unserer Abreise gut essen wollen. Der nächste Tag soll dann nur noch ein kleiner Törn nach Marmaris werden. Spannend wird es aber, als wir zwischen dem Festland und einer Insel richtig in eine Düse kommen. Nach und nach werden die Segel gerefft. Bei 34 kn Wind entschließe ich mich die Segel ganz herunter zu nehmen, weil der Wind immer noch zunimmt. Mir ist das Risiko zu hoch, kurz vor dem Heimathafen die Segel zu schrotten.

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