Sizilien und Liparische Inseln 2010

Ein Törn der etwas anderen Art! Auf dieser Fahrt war mein Freund Robert, der schon zuvor zu den Liparischen Inseln gesegelt war, Skipper. Die Inseln werden auch äolische Inseln genannt nach dem Gott Aiolos, dem Gott des Windes. Unser Törn startete von Palermo aus, wo wir bei Charterpartner eine Dufour 385 gebucht hatten. Bei unserer Ankunft war jedoch im Hafen keine Dufour zu sehen. Es folgten auf „italienische Art“ diverse Erklärungen und Entschuldigungen bis aus der Dufour eine Benneteau Oceanis 40 wurde – auch nicht schlecht, so dachten wir uns! Peter nutzte die Zwischenzeit, um sich für 10 € eine Angelschnur mit Blinkerhaken zu kaufen, die sich nach seiner Meinung schon beim Fang einer Dorade amortisieren würde!

29.05.2010 Um 17:30 legen wir ab Richtung Stromboli. Vor uns liegt eine Nachtfahrt unter Motor – kein Wind – allerdings mit anderer Abwechslung. Eine große Zahl Delfine begleiten uns ein Stück des Weges.

30.05.2010 Am Morgen frischt der Wind auf und nach 3 Stunden unter Segeln erreichen wir den Stromboli. Nach einer halben Umrundung machen wir nordöstlich an einer Boje fest und schwimmen zum Ufer. Da der Ankerplatz wenig geschützt ist, brechen wir nach einer Umrundung des Strombolino um 16:30 Uhr nach Panarea auf. Bei unserer Ankunft werden wir von einem freundlichen Bojenwächter empfangen, der uns kostenlos an eine besonders ausgesuchte Tonne dirigiert, allerdings in der Hoffnung uns – dann entgeltlich – an Land befördern zu dürfen.

31.05.2010 Abfahrt um 06:40 nach einer unruhigen Nacht, da der Wind stark zugenommen hatte. Gegen 09:45 landen wir in Lipari und können erstmals wieder in einem Hafen festmachen, was unsere Reisekasse mit 50 € belastet – Toilette oder gar Dusche Fehlanzeige. Dafür scheint aber auch an Nachtruhe nicht zu denken, da fast an allen Booten die Fallen klappern. Unser müder Benjamin Peter erklärt dann aber zu unserem Vergnügen allen Skippern im Hafen nacheinander wie man Fallen bindet oder alternativ mit dem Opinel abschneidet.

01.06.2010 Heute machen wir einen nicht geplanten Ausflug nach Tindari an das „Festland“ von Sizilien. Dort ankern wir wunderschön in einer Art See – vollkommen vom Meer und Tourismus abgetrennt durch eine Sandbank. Morgens werden wir allerdings von einem „freundlichen“ Carabinieri aus dem Paradies vertrieben, der irgendetwas von „Riservato“ schreit.

02.06.2010 Zum ersten Mal fühle ich mich wie auf einem Fischkutter. Peter hat endlich mit seiner Angelschnur Erfolg und holt einen blauen Thun aus dem Meer. Nach einem Blutbad wird er in der Kühlung gelagert. Abends wird er die Grundlage eines vorzüglichen Essens werden. Nach dieser Aufregung gelangen wir am Nachmittag auf der Insel Vulcano an, wo der Skipper die Devise ausgibt: „alle in das Schwefelbad“ (Den Gestank des Schwefels kann ich heute noch riechen!). Schön wird allerdings der Aufstieg zum 500 Meter hohen Krater des Vulcano. Wir ankern in der gut geschützten Bucht von Porto di Ponente – allerdings dreht der Wind in der Nacht in die Bucht hinein und läßt uns nicht zur Ruhe kommen.

03.06.2010 Ein großer Schlag liegt heute vor uns nach Cefalu, welches wir nach 8,5 Stunden bei wunderschönem Segelwetter erreichen. Unterwegs liefern wir uns ein Rennen mit einer 50er Bavaria, deren Mannschaft aber im Angesicht der Niederlage unerwartet aufgibt.

04.06.2010 Letzter Tag an Bord. Am Morgen schenken uns freundliche Italiener kiloweise Sardinen, die sie beim Fischer erworben haben. Diese werden zu einem Festmahl während der Fahrt. Erst gegen 18:00 Uhr landen wir in Palermo, nachdem uns der Tag herrlichen Wind bis 5 Bft beschert hat.

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