Schweden 2009

Im Mai 2009 hatten meine Frau und ich eine Radtour an der Elbe mit Besuch in Dresden geplant, als ich einen Anruf meines Sohnes bekam, dass er ein IF-Boot in Stockholm kaufen wolle. Mit den Worten: „Kannst du das nicht abholen, du hast doch Urlaub!“ begann unser Abenteuer in Schweden. Kurzentschlossen buchten wir über Ryanair einen Hin- und für alle Fälle auch einen Rückflug von und nach Stockholm.

16.05.2009 Abflug um 07:20 Uhr Düsseldorf-WeezeAnkunft
Stockholm 09:10 Uhr Kauf des Bootes „Alter Schwede“

17.05.2009 Haben heute um 9:00 Uhr den „Alten Schweden“ übernommen und schon einen Probeschlag gemacht. Alle Achtung! Das Bild zeigt die alten Eigentümer und Heinz bei der Vertragsunterzeichnung.

18.05.2009 Sind heute um 6:00 Uhr von Stockholm abgefahren. Es war bitterkalt und kein Wind. Liegen jetzt um 13:30 vor der Schleuse in Södertälje und warten auf die Öffnung. Sind bisher nur motort, aber jetzt kommt Wind auf. (Hat Poseidon was gemerkt?) Sind heute Abend fast bis Trosa gekommen. Liegen am Steg eines hübschen Privathauses.

19.05.2009 Abfahrt 06:45 nach Süden. Gegen 11:00 Uhr fängt es an zu regnen. Die Kälte dringt auch durch 3 Pullover. Wir fahren Öxelösund an, um den Regen abzuwarten und neues Benzin zu tanken.

20.05.2009 Aufbruch um 5:00 Uhr Richtung Süden. Das Wetter ist zunächst besser, aber nach kurzer Zeit zieht Nebel auf. Wir fahren unter Motor und halten im Fahrwasser der Schären Ausschau nach der nächsten grünen oder roten Tonne. Um 11:30 Uhr legt sich der Spuk und wir fahren raus zum Leuchtturm Störkläppen bei schönem Wetter. Hinter uns zieht eine Front auf und lässt nichts Gutes erahnen. Kurze Zeit später stecken wir auch schon wieder in dichtem Nebel. Die Wellen auf der Ostsee sind stark. Da an ein Weiterkommen nicht mehr zu denken ist, entschließen wir uns, einen Nothafen in den Schären aufzusuchen. Nur nach dem Hand-GPS fahren wir zwischen den Untiefen hinweg und freuen uns endlich eine rote Tonne zu sehen, die wir auf der richtigen Seite umfahren und aufsetzen!!! Wir fahren weiter unter GPS-Führung und sehen kurze Zeit später unseren Nothafen. Gott sei Dank!

21.05.2009 Am Morgen geht es weiter nach Västervik, denn wir brauchen erneut Benzin. Von dort brechen wir auf nach Öland. Das Glück ist auf dieser Fahrt wirklich nicht unser Begleiter, denn es zieht von Süden eine Gewitterfront auf. Wir befestigen ein Metallkabel an den Wanten und ziehen es durchs Wasser hinter uns her, denn wir sind das einzige Boot im Kalmarsund. Da kommt schon Angst auf, dass der Blitz nimmt, was er bekommen kann. Wir binden das Ruder fest und versuchen uns im Innern des Bootes und unter der Sprayhood vor dem Regen, der einem Wasserfall gleicht, zu schützen. Noch bevor die 2. Gewitterfront uns erreicht, sind wir dann im sicheren Hafen.

22.05.2009 Heute geht es Richtung Kalmar, wo Peter auf uns wartet. Schon eine Stunde nach Abfahrt flaut der Wind ab und wir müssen wieder motoren. 10 Meilen vor Borgholm hört der Motor wegen Bezinmangel auf zu laufen und wir segeln mit 2 Knoten Richtung Bornholm. Wir rufen Peter an, der schon in Kalmar auf uns wartet, um sein Boot in Empfang zu nehmen. Dort herrscht Starkwind, und wenige Minuten später machen auf wir wieder richtige Fahrt. Wir tanken in Borgholm auf und als wir 30 Minuten später wieder in See stechen, ist diese nicht mehr wiederzuerkennen. Wir kämpfen uns gegen Wind und Wellen bis um 21:00 Uhr nach Kalmar. Peter gibt uns bereits von der Hafenmauer mit der Taschenlampe Signale. Ich bin froh, das Boot an Peter heil zu übergeben.

23.05.2009 Peter zwingt uns, um 3:00 Uhr aufzustehen! Wir fahren bei gutem Wetter und Wind Richtung Süden. Wir wollen nach Bornholm und bei 6 Knoten Fahrt sieht auch alles gut aus. Am Ende des Kalmarsundes frischt der Wind auf. Es läuft eine starke Welle, die den „Alten Schweden“ fast jedesmal überläuft. Bei 10 Grad Wassertemperatur denken wir darüber nach,  wie wir die Nacht überstehen wollen. Wir entschließen uns nach Sandhamn zu segeln, um dort die Nacht zu verbringen. Dann sehen wir, dass die Fock zwei Risse hat. Bevor sie sich ganz auflöst, holen wir sie ein. Bei der Einfahrt in den Hafen dann der nächste Schreck: der Aussenborder springt nicht mehr an! Wir segeln in den Hafen und legen unter Segeln problemlos an. Eine Reparatur des Aussenborders ist in dem kleinen Hafen nicht möglich. Das Ende der Überführung! Bei 7 und mehr Beaufort Wind ist an eine Überquerung der Ostsee nicht mehr zu denken.


24.05.2009 Fahrt mit dem Taxi nach Karlskrona und dann mit dem Zug nach Stockholm durch die schöne schwedische Landschaft.

29.05.2009 Wir fahren zurück nach Sandhamn mit dem PKW und steigen zu einem
2ten Versuch an Bord. Der Wind hat gedreht, er kommt jetzt aus NO. Um 3:30 Uhr geht es los Richtung Rostock. Wir planen eine direkte überquerung der Ostsee ohne Zwischenstop. Der Wind wird von Stunde zu Stunde stärker und erreicht in der Nacht mit 9 – 10 Beaufort seine größte Stärke. Wir laufen nur noch mit der Sturmfock Richtung Rügen. Die Wellen sind unglaublich hoch und in der Nacht ist das Steuern des Bootes eine Herausforderung. Nach 40 Stunden erreichen wir glücklich, aber völlig erschöpft, Rostock.

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